Natürlich fotografiert ein Hochzeitsfotograf auch andere Motive als Hochzeiten. Aber warum sollte er die Bilder auf einem Blog mit dem Thema “Hochzeitsfotografie” zeigen? Brautpaare interessieren sich doch nur für Hochzeiten. Ich will das Experiment dennoch wagen.
Die ersten beiden Fotos entstanden im letzten Jahr in Peking, als ich die Hochzeit eines Brautpaares aus Hongkong auf der Insel Hainan in Sanya/China fotografierte. (Die Hochzeitsreportage und die Brautpaar-Portraits sind auf meinem Blog zu sehen). Die Körpergröße meines mitgereisten Kollegen Jon Pride (der jeden Chinesen um mindestens zwei Köpfe überragt) brachte mich auf die Idee in der Pekinger U-Bahn.
Das zweite Bild wurde in der Nähe des “Platzes des Himmlischen Friedens” aufgenommen. Polizisten und Militärpersonen dürfen in China nicht fotografiert werden. Man darf bei aller Schönheit Chinas nicht vergessen, dass es sich um eine totalitäre Gesellschaft handelt, in der der individuelle Mensch nicht viel zählt. Das wollte ich mit dem Bild ausdrücken.


Zwei Orte waren es, die mich bei meiner ersten Reise durch Marokko in Jahr 2007 am meisten faszinierten: Die Sahara und der “Platz der Gaukler” in Marrakesch. Für das erste Bild fuhren wir noch in der Nacht mit dem Jeep über unbefestigte Pisten und wanderten mit einem einheimischen Führer durch die Dünen bis das erste Licht der Sonne erschien. Es ist nur eine ganz kurze Zeitspanne, in der eine solche Lichtstimmung einzufangen ist. Das einsame Kamel, ein Nachzügler hinter einer Karawane, war natürlich ein besonderer Glücksfall.
Auf dem “Platz der Gaukler” in Marrakesch wartete ich auf der Terrasse eines Touristenlokals auf den Sonnenuntergang. Die außergewöhnliche Wolkenformation war ebenfalls ein besonderer Glücksfall – wie vieles (auch bei der Hochzeitsfotografie).


Die folgenden Bilder sind schon fast historisch, jedenfalls stammen sie noch aus analogen Zeiten. Die Papierbilder habe ich unter Verlust einiger Graustufen eingescannt. So verlieren die Fotografien leider einiges an ihrer Wirkung. Für das Bild von der einsamen Frau nach einer Party erhielt ich beim NIKON PHOTO CONTEST INTERNATIONAL 1981/1982 den 3. Preis. Es war des einzige Bild, das mit einem Fremdfabrikat (ich fotografierte damals noch mit MINOLTA) gemacht war und im damals größten Fotowettbewerb der Welt einen NIKON-Preis erhielt. Ich gewann eine NIKON-Spiegelreflex-Kamera und in den folgenden Jahren jedes Jahr, in dem ich an dem Wettbewerb teilnahm, weitere Objektive als Preis, so dass ich seitdem mit NIKON fotografiere.
Das doppelsteitige Titelfoto einer sozialkritischen Reportage in einem Magazin wurde bei der Wahl der “Miss Süddeutschland” aufgenommen und erzielte beim NIKON PHOTO CONTEST INTERNATIONAL 1982/1983 eine “Honorable Mention” (für “Honorable Mention” gabs leider keine Kameras und keine Objektive)

Das Foto, auf dem die mehrfachbehinderte (taube und blinde) Renate mit Hingabe Orgel spielt, entstand im Blindeninstitut Würzburg. Beim Fotowettbewerb der Zeitschrift Color-Foto und des Bundesgesundheitsministeriums mit dem Thema “Behinderte Menschen in unserer Gesellschaft” gewann es 1985 den 1. Preis.

Das Bild von dem Jungen mit den traurigen Augen – ein Plakat, für das ich von der Erziehungsberatungsstelle der CARITAS beauftragt war – wurde 1988 mit dem KUNSTPREIS DES BUNDESMINISTERS DER JUSTIZ ausgezeichnet.

“Die Würde des Menschen ist unantastbar”. Anlässlich des Jahrestages “60 Jahre Grundgesetz” wurde das Bild (unten) in die Sammlung der STIFTUNG BUNDESPRÄSIDENT-THEODOR-HEUSS-HAUS aufgenommen und in der gleichnamigen Ausstellung in Stuttgart gezeigt.
