Hochzeitsfotos – Bildbearbeitung – Was ist möglich und was nötig?

Dieser Beitrag wird wohl zuerst Hochzeitsfotografen interessieren, naja vielleicht auch das eine oder andere Brautpaar. Bei meinem letzten Blogartikel „Bolivianisch-deutsche Hochzeit in Würzburg“ ist mir ein Bild aufgefallen, das ich gerne zeigen möchte im „Original“, d.h. wie es aus der Kamera kommt – ohne jede Bearbeitung. Vergleichen Sie doch mal die beiden Versionen des gleichen Fotos unten „Nachher“ und „Vorher“.

Hochzeitsfoto Nachher– N A C H H E R –

Hochzeitsfoto vorher– V O R H E R –

Es verblüfft mich immer wieder was aus dem Material, das moderne Sensoren abliefern, herauszuholen ist, in diesem Fall aus dem Kamerasensor der Nikon D750. In Adobe Lightroom wurden bei der RAW-Datei im wesentlichen nur an den Reglern der Grundeinstellungen gedreht: Farbtemperatur und -tönung, Belichtung und Kontrast, Lichter- und Tiefen-Bearbeitung, Klarheit (Struktur) und Sättigung, dann noch an der Bildschärfe und der Rauschreduzierung. Die Hauptarbeit wurde mit dem Korrekturpinsel erledigt.

Eine Retusche, die in die Pixelmasse des Bildes verändernd eingreift, halte ich bei Reportageaufnahmen und dokumentarischen Hochzeitsfotos für unpassend. Ein Brautpaar-Portrait ist – auch wenn es künstlich inszeniert wurde wie das Beispiel im Weinkeller des Juliusspitals Würzburg – ein dokumentarisches Bild. Meine Grundgedanke lautet: Durch die Bildbearbeitung das Maximale aus dem Bild herauszuholen, das tatsächlich in ihm steckt, aber nicht die Substanz des Bilder (den Bildinhalt) zu verändern und zu verfälschen.

So hat man von mir nach einer Hochzeit schon verlangt, ich solle das aus dem zu eng geschnürten, schulterfreien Brautkleid überquellende Gewebe mit Photoshop wieder in das Kleid zurückstopfen. Möglich ist das mit Photoshop allemal, aber es würde meinem Anspruch an den dokumentarischen Charakter von Hochzeitsfotografie widersprechen. Das ist einfach eine Frage des Stils. Ich lege auch keine zugekauften Presets (von anderen Fotografen) oder vorgefertigte Filter über alle Fotos und über alle Hochzeiten, um künstlich einen bestimmten Look zu generieren. Denn auch für die Bearbeitung von Hochzeitsfotos stellt sich die Frage: Möglich ist viel, aber was ist wirklich sinnvoll und nötig?

Wer an dieser Frage interessiert ist und seine Bildgestaltung und -Bearbeitung optimieren möchte, ist eingeladen zum Workshop „Bildgestaltung und Bildbearbeitung“ am 21. April 2018 in Würzburg.

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